E-flite Blade mSR - Erfahrungsbericht
Schlüsselwerte
- Perfekt für jeden, der schon einen Koax-Heli geflogen hat
- 100% Werksfertigung, getestet und ready-to-fly
- Einzigartiges Rotorkopf-Design für gute Stabilität
- Enthält 4-Kanal 2.4GHz DSM2 Sender
- Enthält 4-Port Ladegerät inklusive Netzteil
- Enthält 2 Flugakkus
- Vorinstallierte 5-in-1 Einheit, welche DSM2 Empfänger, Regler, Mixer, Gyro und Servos beherbergt
- Weniger als 30g Gewicht
- Flugdauer: 5 bis 6 Minuten (Originalakkus)
- Flugdauer mit ROCKAMP-Akkus (120mAh): 2,5 bis 3,5 Minuten
- Ladezeit: ca. 20 Minuten
Spezifikationen
- Typ: Ultra-Micro-Einrotorhelikopter
- Rotordurchmesser: 180mm
- Gewicht: 28g mit Flugakku
- Länge: 190mm
- Motoren: Coreless Hauptmotor, Micro Coreless Heckmotor
- Erfahrungs-Level: Fortgeschritten
- Flugort: Indoor und Outdoor
Erfahrungsbericht
Seit Weihnachten 2009 befinden sich gleich 3 E-flite Blade mSR (RTF) von Horizon Hobby in der ehelis.de-Flotte. Zwei davon wurden beim Modellbaucenter Buchmaier in Ravensburg und einer davon in der Bastlerzentrale Tannert in Stuttgart gekauft.
Positiv ist zu erwähnen, dass dem RTF-Set die 4 notwendigen AA Batterien für den Sender beiliegen. Es muss wirklich nichts zusätzlich gekauft werden, ein echtes RTF-Set eben. Außerdem ist dem Set eine sehr ausführliche und übersichtliche deutsche Anleitung beigelegt. Diese wurde allerdings erst später angeschaut, das Testen des Helis war erst mal wichtiger... Außerdem hatten wir uns ja schon zuvor ausführlich in diversen Internetforen über den Blade mSR informiert.
Bedienungsanleitung, Einstelllehre & Ersatzteile
Nachdem die Senderakkus eingelegt und Flugakkus aufgeladen waren, konnte es endlich losgehen. Da der Blade mSR bereits ab Werk eingeflogen ist, flog er gleich perfekt und musste nur minimal nachgetrimmt werden. Das Schwebeverhalten dieses Einrotor-Microhelis ist echt beeindruckend, bei richtiger Trimmung macht er dabei einigen Koax-Helis etwas vor! Typisch für den Blade mSR ist der aufheulende Heckmotor, der sich manchmal wie ein wildgewordener Moskito anhört. Dies ist jedoch normal und liegt daran, dass die Drehzahl des Heckmotors andauernd verändert werden muss, um das Heck geradezuhalten.
Celectra-Ladegerät mit 2 Lipo-Akkus
Werksseitig sind die Anlenkungen des Rotorkopfes an den kurzen Kugelköpfen der Taumelscheibe eingehängt. Um größere Ausschläge zu erhalten, können diese auf die längeren umgehängt werden. Für die ersten Flugversuche sollte man jedoch die Werkseinstellung beibehalten. Für Anfänger bzw. Umsteiger von Koax-Helis gibt es die sogenannte Dual Rate-Funktion, welche standardmäßig auf „high“ eingestellt ist. Durch Drücken des rechten Steuerknüppels am Sender (Mode 2) können die Servowege begrenzt werden („low“), was das Agilität des Kleinen etwas einbremst. Ist diese Funktion aktiviert, blinkt die rote LED am Sender. Man sollte gerade zu Beginn große und ruckartige Steuerbewegungen vermeiden, weil der Blade mSR dadurch sehr schnell durch das Wohnzimmer schießen kann.
Der Sender des RTF-Sets
Gerade beim Schweben waren Unterschiede zwischen unseren 3 Blade mSRs zu erkennen. Zwei davon pendelten nur ganz leicht mit dem Heck und einer pendelte/zuckte doch sichtbar mit dem Heck und schüttelte sich beim Schweben ohne Eingriff über den Sender teilweise richtig auf. Aus diversen Internetforen wussten wir, dass dieses Heckpendeln für den Blade mSR typisch ist, trotzdem wurde der „Schüttler“ dem Händler (Bastlerzentrale in Stuttgart) vorgeflogen, von welchem er anstandslos umgetauscht wurde. Vielen Dank für den netten Service! Der neu erhaltene Heli pendelt zwar ebenfalls mehr mit dem Heck als die beiden anderen, schüttelt sich aber nicht auf. Außerdem ist bei diesem ein größerer Temperaturdrift des Gyros festzustellen, das bedeutet, dass die Gierfunktion während des Flugs nachgetrimmt bzw. ausgesteuert werden muss. Zu Beginn eines Fluges dreht sich dieser Blade mSR nach langsam links und gegen Ende eine Fluges nach langsam rechts. Dieser Temperaturdrift ist jedoch bei einem Heli dieser Größenordnung akzeptabel und stellt kein Problem dar.
Schon nach wenigen Flügen hat man den Blade mSR gut im Griff und wird daher auch schnell etwas mutiger. Dadurch kann der Kleine ziemlich schnell an Fahrt gewinnen, was dazu führen kann, dass einem der Platz ausgeht und ein Crash mit der Wand nicht mehr zu vermeiden ist. Solche Crashs verkraftet der Blade mSR aber normalerweise sehr gut. Bislang ist bei uns noch bei keinem etwas abgebrochen, es hat sich höchstens der Heckrotor etwas verbogen, was zu Vibrationen am Heck führte. Nach Austausch des Heckrotors durch den mitgelieferten Ersatzheckrotor, funktionierte wieder alles einwandfrei. Allerdings sollte man wirklich nach jedem noch so kleinen Crash den Rotorkopf mit der roten Einstelllehre neu justieren. Denn schon der kleinste Crash kann dazu führen, dass dadurch die mechanische Trimmung nicht mehr stimmt und der Heli dadurch nicht mehr stabil schwebt, sondern kreiselt bzw. in eine Richtung zieht. Auch sollte nach jedem Absturz der korrekte Sitz des Flugakkus überprüft werden.
Die Heckdrehrate im Dual Rate-Modus „high“ ist echt erstaunlich, man kann den Blade mSR so schnell pirouettieren lassen, dass man beim Anhalten nicht mehr weiß, in welche Richtung er schaut. Dies ist zugleich eine gute Übung, um das Schweben in allen erdenklichen Lagen zu erlernen bzw. zu üben.
Des Weiteren ist uns ein paar mal aufgefallen, dass nach Anstecken eines neuen Akkus die Trimmung (Gier und/oder Nick/Roll) nicht mehr stimmte. Und das obwohl dazwischen kein Absturz und der Akku an der richtigen Position war. Dies kommt immer mal wieder vor. Woran das liegt, konnten wir bislang noch nicht feststellen.
Zweimal hatten wir bislang das Problem, dass die Initialisierung nicht funktionierte und der Blade mSR wie wild blinkte. Auch ein erneutes Binden war nicht möglich, obwohl wir sogar 2 verschiedene Sender ausprobiert haben. Beides mal trat dies in der unmittelbarer Nähe (ca. 2m) eines eingeschalteten Notebooks mit WLAN-Stick auf. Nach Ausschalten des Notebooks bzw. Wechsel in ein anderes Zimmer, funktionierte wieder alles einwandfrei. Vermutlicherweise kann das DSM2-System durch das WLAN, welches ebenfalls die Frequenz von 2,4 GHz nutzt, beeinträchtigt werden.
Nach einigen Flügen trat bei einem Blade mSR das Problem auf, dass die Heckdrehrate (Nase nach rechts) spürbar nachließ. Zusätzlich drehte das Heck beim Gasgeben deutlich weg. Bereits 2 Flüge später drehte sich der Heli nur noch im Kreis, vermutlich trat ein Defekt am Heckmotor auf. Deshalb wurde auch dieser zum Händler (Modellbaucenter Buchmaier in Ravensburg) gebracht und von dem Problem berichtet. Anstandslos wurde der Heli umgetauscht. Auch hier ein klasse Service!
Fazit: E-flite ist mit dem Blade mSR ein wirklich genialer Einrotor-Microheli gelungen, der sowohl für Koax-Umsteiger, die den nächsten Schritt gehen möchten, als auch für erfahrenere Helipiloten geeignet ist. Gerade für Zeiten, in welchen das Fliegen im Freien nicht möglich ist, eignet sich der Blade mSR sehr gut dafür, in Übung zu bleiben oder einfach Spaß zu haben.
Stärken
- Echtes RTF-Set, sogar die Batterien für den Sender sind enthalten. Man muss nur die Akkus laden und kann dann gleich durchstarten.
- Gute und sehr ausführliche deutsche Bedienungsanleitung
- Es sind im RTF-Set gleich 2 Flugakkus enthalten
- Mit dem mitgelieferten Ladegerät können gleich 4 Akkus gleichzeitig geladen werden
- Das Ladegerät ist auch mit Batterien betreibbar (nicht im Set enthalten)
- Es ist ein Beutel mit Ersatzteilen im Set enthalten: Paddelstange, Heckrotor, Tüllen für die Haube, Anlenkungen, Schraubendreher, Ersatzringe für die Linearservos. Kalibrierungslehre für die Taumelscheibe
- Gute Ersatzteilverfügbarkeit
- Sehr gutes Flugverhalten: Agiler als ein Koax-Heli, aber trotzdem sehr stabil beim Schwebeflug
- Sehr crashresistent
- Auch als günstigere BNF (Bind and fly) Version ohne Sender erhältlich, leider nur für das DSM2-System von Spektrum
- Die Kunststoff-Paddelstange verbiegt sich nach einem Crash nicht so schnell wie bei anderen Modellen mit Metallpaddelstange
- Trotz des geringen Gewichts von nur 28g ist der Blade mSR nicht so anfällig gegenüber Luftströmungen (Heizung, offenes Fenster)
- Dual Rate-Funktion: Hier können über die Fernbedienung die Steuerausschläge zwischen 2 Grundeinstellungen (high und low) der Heck- (Gier-), Nick- und Rollfunktion umgeschalten werden. High = große Ausschläge (für Fortgeschrittene), low = geringere Ausschläge (für Anfänger bzw. Koax-Umsteiger)
- Es gibt 2 unterschiedliche Anlenkungen an der Taumelscheibe, wodurch die Agilität des Blade mSR beeinflusst werden kann
- Der Gyro hält das Heck bei schnellen Gaswechseln sehr gut
- Optional ist eine rote Haube und ein rotes Seitenleitwerk erhältlich, damit es beim Fliegen mit 2 Blade mSRs nicht zu Verwechslungen kommt
- Durch die blaue LED auf der 5-in-1-Einheit, wird die Haube von innen bleuchtet, weshalb sehr der Blade mSR auch wunderbar bei dunklen Lichtverhältnissen steuern lässt
- Optional sind fluoreszierende Bauteile für Nachtflüge erhältlich
- Die Haube kann ohne "Gefummel" entfernt/befestigt werden
Schwächen
- Der Piezogyro ist nicht temperaturstabil, d.h. die Funktion “Gieren“ muss während des Flugs nachgetrimmt oder ausgesteuert werden. Allerdings gibt es hier Unterschiede zwischen einzelnen Modellen. Bei manchen ist dieser Effekt stärker oder weniger stark ausgeprägt.
- Das Heckpendeln bzw. –zucken: Vergleiche ein zu empfindlich eingestellter Gyro bei einem 6-Kanal-Heli. Die ist jedoch auch je nach Modell unterschiedlich stark ausgeprägt und stört eigentlich nur beim Schweben. Durch Anpassen des Anstellwinkels der Heckrotorblätter (leicht verbiegen, steiler anstellen) kann dem Zucken entgegengewirkt werden.
- Linkskurven müssen sehr vorsichtig gesteuert werden. Der Blade mSR mag konstruktionsbedingt lieber die Rechtskurven (Rotor dreht sich mit dem Uhrzeigersinn, außerdem ist die Hauptrotorwelle nach rechtsgeneigt, siehe Eigenheiten).
- Der manchmal störende Einfluss der um 45° versetzten Paddelstange: Dadurch kann der Blade mSR anfangen zu kreiseln bzw. zu pendeln. Vergleiche das Flugverhalten eines Koax-Helis.
- Der Sender, der im Stile eines Game-Commanders gestaltet ist, wirkt etwas billig, ist aber dennoch ausreichend.
Eigenheiten
- Die Hauptrotorwelle des Blade mSR ist von hinten gesehen nach rechts geneigt, es darf nicht versucht werden, diese geradezubiegen, da dies so gewollt ist. Grund: Bei einem Heli mit rechtsdrehendem Hauptrotor erzeugt der Heckrotor einen Schub nach rechts, um eine entgegengesetzte Drehung des Hecks auszugleichen. Schwebt der Heli komplett waagerecht, driftet er aufgrund des Schubs des Heckrotors nach links ab. Damit dies nicht passiert, muss die Hauptrotorebene etwas nach rechts gekippt werden, damit diese also einen leichten Schub nach links erzeugt, die den Rechtsschub des Heckrotors ausgleicht. Gerade bei Microhelikoptern ist der dafür notwendige Winkel recht groß. Der Heli steht also beim Schweben auf der Stelle schräg in der Luft. Beim Blade mSR steht die Haube jedoch aufgrund der nach rechts geneigten Hauptrotorwelle beim Schweben waagerecht in der Luft. Dies sieht besser aus und macht es dem Piloten auch etwas einfacher.
- Der Blade mSR fliegt lieber Rechtskurven, da er ein Rechtsdreher ist. Linkskurven müssen mit sehr viel Gefühl geflogen werden und wirken gerade am Anfang etwas eckig bzw. unsauber.
- Der um 45° versetzten Paddelstange ist zwar die hervorragende Schwebestabilität des Blade mSR zu verdanken, allerdings macht sich ihr Einfluss manchmal auch negativ bemerkbar. Denn unter bestimmten Umständen neigt der Blade mSR zum Kreiseln oder Pendeln. Man meint fast, er sei an einem durchsichtigen Faden an der Decke aufgehängt.
- Hängt man den Blade mSR zu stark in die Kurve, kann er sehr schnell werden, was dazu führt dass das Zimmer unter Umständen zu klein wird...
- Schon nach dem geringsten Absturz kann sich die fragile Rotorkopfanlenkung verändern, was dazu führen kann, dass sich das Flugverhalten ändert. Deshalb ist es am besten, nach jedem Crash mit der mitgelieferten roten Einstelllehre den Rotorkopf neu zu justieren. Dazu steckt man die Lehre einfach, wie in der Bedienungsanleitung abgebildet, auf die Hauptrotorwelle und drückt die Taumelscheibe sanft nach oben. Und schon fliegt er wieder wie eine Eins!
- Sobald die Spannung des Flugakkus unter Belastung unter 3,0 V sinkt, regelt der Blade mSR die Drehzahl unabhängig von der Knüppelstellung herunter (LVC=Low Voltage Cut-off), um den Lipo zu schützen. Fliegt man jedoch gerade über Möbeln, kann das unter Umständen zu einem Crash führen. Daher sollte man die Flugzeit mitstoppen und schon vor dem Einsetzen der LVC landen. Dies ist auch für die Lipos schonender.
- Surrender Heckmotor: Da der Heckmotor über einen drehzahlgesteuerten Motor angetrieben wird, hört sich dieser während des Flugs manchmal an wie ein wildgewordener Moskito. Dies ist jedoch normal und liegt an den notwendigen Drehzahländerungen des Heckmotors, um das Giermoment während Drehzahländerungen des Hauptmotors auszugleichen.
- Es kann vorkommen, dass der Blade mSR nach Anstecken eines neuen Akkus neu getrimmt werden muss [Heck (Gier) und/oder Nick/Roll], obwohl er zuvor nicht abgestürzt ist. Die Ursache hierfür ist uns bislang nicht bekannt.
- Während eines Flugs kann das Nachtrimmen der Heckfunktion (Gier) notwendig sein. Dies liegt am Temperaturdrift des Piezogyros (siehe auch Schwächen).
- Wir hatten schon 2x das Problem, dass die Initialisierung des Blade mSR nach Anstecken des Akkus nicht richtig funktioniert hat. Die LED hat nicht dauerhaft geleuchtet, sondern geblinkt. Beides mal ist dies in der Nähe eines eingeschalteten Notebooks mit WLAN-Stick passiert. Nach Ausschalten des Notebooks hat wieder alles einwandfrei funktioniert. WLAN nutzt ebenfalls die Frequenz 2,4 GHz, wahrscheinlich kam es daher zu einer Störung des DSM2-Systems.
Tipps
- Der Blade mSR darf nach Anstecken des Akkus nicht bewegt werden (Initialisierung des Gyros). Es hat sich als praktisch herausgestellt, den Heli dazu auf die Seite zu legen.
- Noch 2 Ersatzakkus für ununterbrochenen Flugspaß kaufen. Aber darauf achten, dass die Motoren nicht zu heiß werden, deshalb diese ca. 2-3 Minuten nach jedem Flug abkühlen lassen.
- Falls der Blade mSR nicht auf der Stelle schwebt, sondern kreiselt (vgl. "Toilet Bowl Effect"), sollte er nachgetrimmt werden. Durch sorgfältiges Trimmen sollte dieses Kreiseln wegzubekommen sein. Dadurch verringert sich auch die Intensität des Heckzuckens.
Wünschenswertes
- Es wäre schön, wenn der Blade mSR neben dem DSM2-System von Spektrum auch für andere Systeme als BNF-Version erhältlich wäre.
- Im Januar/Februar 2010 waren in Deutschland keine Blatthalter für den Blade mSR zu bekommen, was zur Folge hatte, dass einige Piloten nicht mehr mit ihrem Blade fliegen konnten. Solch ein Lieferengpass sollte vermieden werden.
Akkus für den E-flite Blade mSR
- Hier haben wir verschiedene Lipo-Akkus für den Blade mSR getestet und miteinander verglichen.
Wo gibt es den E-flite Blade msR?
- Mittlerweile wurde die Produktion des Blade msR eingestellt. Ende 2011 wurde er durch den Blade mSR X (flybarless) abgelöst.
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